Die Wusch Eine Schmalspurbahn in Siebenbürgen

Wieso „die Wusch“?

Woher die Bezeichnung „Wusch“ genau kommt, ist (mir zugegebenermaßen) nicht überliefert. Wahrscheinlich spielt der Kosename, lautmalerisch und ironisch zugleich, wie auch andere Spitznamen auf die Geschwindigkeit der Schmalspurbahn an.

Diesen Namen bekam die Bahn von den Siebenbürger Sachsen, durch deren Siedlungsgebiet die Trasse der Wusch führt. In der rumänischen Sprache werden Schmalspurbahnen meist als „mocănița“ bezeichnet. Dies ist abgeleitet von „mocan“, dem Hirten. Im siebenbürgischen „Hirtenland“ (rum. Țara Mocanilor) fuhr einst auch eine Schmalspurbahn (Turda – Abrud), so dass die Wurzeln dieses Ausdrucks dort zu finden sein dürften.

Weder habe ich familiäre Wurzeln in Siebenbürgen, noch habe ich diese Region in jungen Lebensjahren besucht. Dennoch hat mich die enge Verbindung zwischen Kultur- und Technikgeschichte der Schmalspurbahn im Harbachtal schon früh fasziniert. Ende der Neunziger Jahre „stolperte“ ich zum ersten Mal dank Literatur und Landkarte über die Wusch.

Damals war die Strecke Sibiu – Agnita (Hermannstadt – Agnetheln) die letzte aktive 760-mm-Strecke der rumänischen Staatsbahn. Dieser Exotenstatus steigerte mein Interesse zusätzlich. Zu einem Besuch des Auslaufbetriebs hat es jedoch nie gereicht. Es entstand gleichwohl eine erste Internetseite über die Wusch, die nach der Stilllegung wie auch das große Vorbild einschlief.

Inzwischen regt sich wieder Leben auf der Wusch. Im Mai 2019 startete www.die-wusch.de, um einerseits das laufende Reaktivierungsprojekt im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen. Andererseits soll diese Seite aber auch die Erinnerung an die historische Wusch und das einst mit ihr verbundene Leben in dieser Region wachhalten.

Über Hilfe zur weiteren Ergänzung dieser Seiten freue ich mich ebenso wie über Korrekturhinweise. Die Kontaktaufnahme ist über ein Formular sowie per E-Mail möglich. Ein herzliches Dankeschön geht an die bisherigen Unterstützerinnen und Unterstützer von www.die-wusch.de sowie an diejenigen, welche sich vor Ort für die Wiederbelebung der Wusch einsetzen!

Julian Nolte

Zur Nomenklatur auf dieser Webseite

Im Eisenbahnwesen ist es üblich, Ortsnamen in der jeweils aktuellen Landessprache anzugeben. Bei der Wusch ist das also rumänisch. Auch auf heutigen Landkarten findet man üblicherweise die rumänischen Ortsnamen, so dass ich mich entschlossen habe, im überwiegenden diese Bezeichungen zu verwenden, auch wenn das nicht immer historisch korrekt sein mag. Es soll einfach einer besseren Leserlichkeit dienen. Die deutschsprachigen Namen werden in der Regel bei der ersten Nennung auf einer Seite in Klammern ergänzt. Auf ungarische Bezeichnungen wird in geschichtlichen Zusammenhängen verwiesen.

Auch für Loknummern wurde ein Konvention gewählt. In der Literatur findet man für rumänische Lokomotiven in der Regel einen Punkt zwischen Baureihen- und Ordnungsnummer, also „389.001“. Auf den Schildern der Maschinen selbst ist oft ein Strich zu finden, also „389-001“, manchmal jedoch auch gar kein Trennzeichen. Und ungarische Nummern werden üblicherweise mit einem Komma getrennt, also „389,001“. Das ist nicht nur für Eisenbahnlaien verwirrend. Ich habe mich entschieden, auf dieser Seite ein Leerzeichen zwischen Baureihen- und Ordnungsnummer zu verwenden, also „389 001“. Dies ist zwar eine weitere Variation, entspricht aber immerhin der in Deutschland gebräuchlichen Nomenklatur.